Aktiv
Viel grüne Natur, ein gut ausgebautes Radwegenetz und Routen laden zum Radeln und Wandern ein!
 
Omas auf dem Fahrrad ANWB Radwegweiser LF-Leitsystem
 

Wessen Geistes Kind ein Niederländer ist, lässt sich häufig an seinem Fahrrad und seiner Fahrweise ablesen. Das Hippie-Mädchen etwa fährt singend auf einem bunt bemalten 'Oma-fiets', der Yuppie rast im Anzug auf seiner Rennmaschine zur Arbeit. Die meisten Niederländer aber sind auf einem simplen Drahtesel mit Dreigangschaltung unterwegs – mehr ist in unserem flachen Nachbarland nicht nötig, um sich fortzubewegen. Etwa 18 Millionen Fahrräder für rund 16 Millionen Einwohner gibt die Statistik an. Das Fahrrad ist damit das beliebteste Verkehrsmittel, sowohl im Alltag als auch in der Freizeit.

 

Tausende Kilometer Radweg
ein Wunder also, dass auch die Infrastruktur in den Niederlanden ganz auf fietsers ausgerichtet ist. Über 45.000 Kilometer Radwege und mehr als 20.000 Kilometer ausgeschilderte Radrouten machen das ebene Land, in dem Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten eng beieinander liegen, zum Radfahrer-Paradies. Die etwa 400 Touren sind meistens als Rundfahrten angelegt, sie führen vorzugsweise durch idyllische Landschaften, vorbei an Sehenswürdigkeiten, zu historischen Dörfern und Städten. Das ganze Land ist durch das Fernrouten-Streckennetz Landelijke Fietsroutes (LF) erschlossen. Außerdem können Radfahrer entlang der regionalen Netzwerke radeln, die mit vielen Knotenpunkten und Zwischenverbindungen aufwarten. 

 

Knotenpunktsystem
Zusätzlich zu den LF-Routen besteht ein feinmaschiges Knotenpunktsystem aus kleineren Wegen, die an nummerierten Punkten zusammentreffen. So lässt sich eine individuelle Route von einem Knotenpunkt zum nächsten planen. Diese Knotenpunktsysteme sind mittlerweile in fast allen Regionen Hollands vertreten. In Limburg ist dieses sogar grenzüberschreitend und führt den Radler auch nach Belgien. Die Grenzregion in Gelderland und Overijssel punktet mit sogenannten TOPs, touristischen Umsteigepunkten. Diese funktionieren ähnlich wie ein Park & Ride-System in Großstädten: Besucher können hier ihr Auto stehen lassen und mit ihrem Rad direkt in die Natur hinein.

 


Übrigens gibt es in fast jeder größeren Ortschaft und an rund 100 Bahnhöfen einen Verleih mit unterschiedlichsten Rädern – vom oma-fiets bis zur Rennmaschine.